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6 Meeresgemüsearten-Rezepte
von Felix Weber - Felix_touchandgo@compuserve.com - Bayern, Deutschland

Dieser Artikel wurde in der Mai 1994 Ausgabe des leider nicht mehr erscheinenden, englischen Magazins "Vegetarian Living" veröffentlicht. Der Artikel wurde von Peter und Montse Bradford geschrieben. Beide publizieren schon seit einigen Jahren über "Algen-Kost". Einige der Rezepte und Ideen sind ihrem 1994 erschienenen Buch "Cooking with sea vegetables" entnommen.

Meeres Gemüse
Meeresgemüse gehören unbestritten zum außergewöhnlicheren Teil der Vege- tarischen Ernährung. Oft verpönt und dadurch auch leicht in Vergessenheit geraten, gehören sie dennoch zu den sehr Mineral- und Spurenelementreichen Nahrungsmitteln. Und nichtsdestotrotz kann Meeresgemüse auch schmecken!

Meeresgemüse beinhaltet signifikante Mengen von Mineralstoffen wie z.B. Kalzium, Magnesium, Kalium, Phosphor und Eisen. Es ist auch reich an Spurenelementen wie z.B. Selen, Chrom, Magnesium Zink und Jod. Gerade letzteres ist oft schwierig aus Pflanzen zu beziehen, die auf dem Land wachsen. Meeresgemüse sind fett- und kalorienarm, haben hohe Proteinwerte und enthalten substantielle Mengen von Beta-Karotin und den Vitaminen des B-Komplexes.

Der gesundheitliche Vorteil von Meeresgemüsen ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Die reichhaltigen Inhaltsstoffe wirken sich positiv auf unser Nerven- system aus, indem z.B. der Streß reduziert wird. Außerdem stärken sie das Immunsystem. Bei Kulturen, die sich traditionell mit reichlich Meeresgemüsen ernähren, konnte man auch Vorteile für Haut und Haare nachweisen. Ebenfalls nachgewiesen werden konnte die Verminderung von Tumoren, Cholesterin- werten und die positive Auswirkung auf Stoffwechsel und Verdauung.

Außerdem stellte sich in Untersuchungen heraus, daß die Säure der z.B. braunen Meeresgemüse (Kombu, Wakame, Arame und Hijiki) Schwermetalle wie Kadmium, Blei, Quecksilber und Radium in unserem Darm binden kann. Dieser Prozess macht die Metalle unverdaulich und somit werden sie eliminiert. Diese Algen-Säure kann auch dazu beitragen, andere Gifte, die ständig in unserem Körper lagern,auch nachträglich auszuspülen. Andere Studien haben gezeigt, daß das Jod in den Meeresgemüsen, dem radioaktiven Jod-131 (ein Nebenprodukt der Kernspaltung), trotzt und es bis zu 80% reduzieren kann.

Die bekanntesten Meeresgemüsearten:

Nori - ist das bekannteste der Meeresgemüse, hat eine zarte Beschaffenheit und ist mild im Geschmack. Man bekommt es in Blättern (Lasagne ähnlich). Nori verwendet man hauptsächlich dazu, um diverse Füllungen zu umwickeln. Die Blätter kann man auch zerkrümeln und zum garnieren für Suppen, Salate oder Getreidegerichte verwenden.

Dulse - hat eine violette, rote Farbe und einen angenehmen würzigen Geschmack. Gewaschen und kurz eingeweicht, passt es sehr gut zu Salaten, Suppen, Gemüse- oder Nudelgerichten. Man kann es auch trocken rösten, zerkrümeln und diverse Getreidegerichte nahrhaft garnieren.

Kombu - kann den Geschmack von Suppen, Brühe, Eintöpfen und fast allen langsam gekochten Gerichten verbessern. Kombu enthält nämlich den natürlichen Geschmacksverstärker Glutamat. Gibt man einen schmalen Streifen Kombu zu Bohnen hinzu, werden diese während des Kochens weicher.

Wakame - ist mit Kombu sehr verwandt. Wie Dulse wird Wakame kurz eingeweicht und kann dann in Salaten und Suppen verwendet werden. Es kann auch geröstet oder zerkrümelt, und als Würze verwendet werden.Auch Wakame ist mild im Geschmack.

Arame - bekommt man in feinen schwarzen Streifen. Einmal eingeweicht und gewürzt passt es gut zu Nudeln und Salaten. Oder leicht gekocht kann man es gut mit Tofu, Tempeh oder kurzgebratenem verwenden. Arame passt auch sehr gut zu süssen Früchten und muß nicht immer eingeweicht werden.

Hijiki - sieht aus wie Arame, ist aber dicker und hat einen stärkeren Geschmack. Muß nur kurz eingeweicht werden und kann dann z.B. kurz angebraten werden oder aber in Salaten und Tofugerichten verwendet werden. Hijiki ist sehr reich an Kalzium.

Meerespalme - auch bekannt als "Seapalm", ist ein saftiges, mildes und vielseitiges Meeresgemüse. Es muß nur leicht gekocht werden und passt gut zu Gebratenem, Gemüsen, Nudeln oder Salaten.

Agar-Agar - ist die "vegetarische Antwort" zur Gelatine. Gelee oder Aspikge- richte sind kein Problem mit Agar-Agar. Es wird aus Rotalgen gewonnen.Für den Menschen ist es unverdaulich und nur in heißem Wasser löslich.Seine Gelierkraft ist 5 mal größer als die herkömmlicher Gelatine. Beim Abkühlen geliert es bereits bei ca 35 Grad,also sehr früh. Deshalb ist es wichtig alle Zutaten warm zu verarbeiten um ein vorzeitiges unerwünschtes Abstocken zu vermeiden. Für ein schnittfestes Gelee benötigt man auf einen Liter Flüssigkeit circa 10-11 Gramm Agar-Agar, min destens ein- bis zwei mal aufgekocht. Enthält die Flüsigkeit Säure (z.B. Zitronensaft), so wird die Gelierkraft leicht herabgesetzt. Hier muß die Dosis geringfügig erhöht werden. Gesüßt mit Sirup, eingefärbt mit Beerensaft gibt es einen hervorragenden Tortenguß ab. Gelierte kräftige Gemüsebouillon kann eine wunderbare, erfrischende Gemüsesülze mit beliebiger Einlage ergeben. Agar-Agar ist erhältlich in Pulver oder in Fäden. Das Pulver läßt sich leichter verarbeiten.

Meeresgemüse / Algen findet man im Bioladen, vereinzelt in Reformhäusern aber auch in Feinkost-, und Asialäden.

Hier nun einige Gerichte mit Meeresgemüse, die zeigen, daß man Algen durchaus auch genießen kann.


Klare Suppe mit Frühjahrsgemüse

Kombu ist reich an natürlichem Geschmacksverstärker Glutamat und hebt somit den Geschmack der Suppen-Zutaten. (Enthält viel Vitamin A und C). Für 2-3 Personen
  • 1x15cm langer Streifen Kombu
  • 750ml Wasser
  • 1/2 Zwiebel (in dünne Ringe geschnitten)
  • 1 mittlere Karotte (in feine Scheibchen geschnitten)
  • 100g Maiskörner
  • 1 Messerspitze Meersalz
  • Shoju Soja-Sosse zum abschmecken
  • 1 Bund frische Brunnenkresse (in 5 cm Länge geschnitten)
  • 25g frische Bohnensprossen
  • Zitronenscheiben zum garnieren
Den Kombu in einen Topf mit dem Wasser legen, zum kochen bringen und dann auf kleiner Flamme ca. 20 Min. weiterköcheln lassen. Nun den Kombu herausnehmen (aber aufheben, denn man kann ihn sehr gut benutzen um Bohnen beim Kochen besser weich werden zu lassen). Nun die Zwiebelringe, Karotten, Mais und das Salz zufügen und für zirka 8-10 Minuten köcheln lassen. Jetzt die Brunnenkresse, die Bohnensprossen dazugeben und mit je-weils einer Zitronenscheibe garnieren.

Erbsensuppe mit Minze

Das schöne an dieser Suppe ist, daß man sie sowohl sehr kalt als auch sehr heiß servieren kann. (Ist reich an Eisen und Faserstoffen). Für 3-4 Personen.
  • 225g grüne, getrocknete Erbsen
  • 1 1/2 Liter Wasser
  • 50g Wakame (kurz mit Wasser abgespült)
  • 2 mittlere Zwiebeln, geviertelt
  • 1/4 Tl Meersalz
  • 1 Tl sehr fein gehäckselte Minze
  • Croutons zum garnieren
Die Erbsen waschen und in einem Topf mit Wasser zusammen mit der Wakame aufkochen. Die Zwiebeln dazugeben. Den Schaum abschöpfen.Die Hitze herunterschalten den Topf zudecken und 45 Minuten köcheln lassen. Immer wieder mal rumrühren, so das die Erbsen nicht am Topfboden anbrennen. Wenn die Erbsen fast aufgebrochen sind, das Salz und die Minze dazugeben. Weitere 5-10 Minuten kochen lassen. Nun das ganze pürieren, bis man eine weiche Konsistenz hat. Nun mit den Croutons garnieren und servieren.

Gemischter Salat nach Mediteraner Art

Ein erfrischender Salat. (Enthält viel Kalzium und Vitamin C). Für 2 Personen
  • 15g Wakame oder Dulse (3-4 Min.eingeweicht und fein geschnitten)
  • 1/2 Kopfsalat (zerkleinert)
  • 1/4 Salatgurke (in dünne Scheiben geschnitten)
  • 1 Körbchen Senfkresse (oder eine gute Hand voll Senfkornsprossen)
  • 5-6 Radischen, fein geschnitten
  • 50g kleine Oliven
Für das Dressing:
  • 1 Block frischer Tofu
  • Gurken- oder Olivenwasser ( Menge nach Wunsch)
  • 1 Tl Oliven-Öl
  • 2 Tl fein geschnittener Schnittlauch oder Salatzwiebeln
Alle Salatzutaten in einer großen Schüssel mischen. Zum vorbereiten des Dressings etwas Wasser zum kochen bringen,den Tofu dazugeben (etwas zerstampfen) und 5 Minuten kochen lassen. Nun das ganze mit dem Gurken- oder Olivenwasser und dem Öl pürieren (Konsistenz nach Wahl). Jetzt mit dem Schnittlauch abschmecken. Das Dressing seperat zum Salat servieren. Dazu passt sehr gut ein Stangenweißbrot.

Gebratene Pilze mit geräuchertem Tofu und Meerespalme

Der feine Geschmack der Meerespalme (See-Tang od. Sea palm) passt sehr gut zu diesem Gericht. (Reich an Vitamin A und B12). Für 2-3 Personen
  • 15g Meerespalme (10 Min. eingeweicht und in 5cm lange Stücke geschnitten)
  • 1 1/2 Tl Pflanzenöl
  • 1 Zwiebel (in feine Ringe geschnitten)
  • 50g Pilze (dünn geschnitten)
  • Sojasoße zum abschmecken
  • 50g Räuchertofu (in kleine Würfel geschnitten)
  • 1 Karotte(in dünne Streifen geschnitten)
  • schwarzer Pfeffer (optional)
  • fein gehackte, frische Petersilie zum garnieren
Die Meerespalme und das Einweichwasser im Topf zum kochen bringen, die Hitze runterschalten, den Topf zudecken und köcheln lassen, bis die Algen zart sind, ca. 30 Min. Das Öl in der Bratpfanne erhitzen, die Zwiebeln, Pilze und ein paar Tropfen Sojasoße dazugeben. Bei mittlerer Hitze ca. 5 Minuten braten. Nun den gekochten See-Tang, Tofu und die Karotte dazugeben und knusprig anbraten. Noch mehr Sojasoße zufügen und mit Pfeffer abschmecken. Mit der gehäckselten Petersilie garnieren und heiß servieren.

Nori Bündel mit würzigem Erdnuss Dip

Ein Ideales Gericht für Buffetts. Kann mit verschiedenen Dips serviert werden. (Reich an Vitamin A, B12 und Vitamin C). Für 2 Personen
  • 1 Messerspitze Meersalz
  • 1 mittlere Karotte, in 6mm lange Streifen geschnitten
  • 1/2 Salatgurke, der Länge nach gehälftet und in 6mm starke Streifen geschnitten oder 8 Stangenbohnen
  • 1 Blatt Nori
Für den Dip:
  • 2 Tl Erdnussbutter
  • 1/2 zerdrückte Knoblauchzehe
  • 1 Tl Senf
  • 5 Tl Orangensaft
  • 1 Tl Miso
  • 3 Tl gehäckselte frische Petersilie
Einen kleinen Topf mit Wasser zum kochen bringen, das Salz dazugeben und die Karottenstreifen für 2-3 Minuten kochen. Die Karotten heraus- nehmen, unter kaltem Wasser abspülen und abtrocknen. Dasselbe würde auch für die Stangenbohnen gelten. Das Noriblatt über einem Toaster toasten. Und zwar so, daß man es über den heißen Toaster hält und oft wendet (!nicht in oder auf den Toaster legen!). Hat man eine Gasflamme, dann in ca. 5cm Entfernung, jede Seite immer ca. 5-6 Sekunden beflammen, bis sich das Noriblatt hellgrün färbt. Aufpassen, daß nichts anbrennt. Nun das Noriblatt mit einer Schere in 4 gleiche Streifen schneiden. Jeweils 1/4 der Gemüsestreifen zu einem Bündel zusammenlegen (versichern, das die Streifen gut abgetrocknet sind). Nun jedes Bündel in der Mitte mit je einem Noristreifen umlegen und quasi "zusammenbinden" (eng anlegen). Wenn die Enden nicht halten wollen, dann mit einem Tropfen Wasser benetzen. Für den Dip alle Zutaten mixen, so daß man eine dicke Konsistenz bekommt.

Zitronen Mousse

Ein delikates Dessert. (Enthält viel Faserstoffe und Eisen). Für 2-3 Personen
  • 450ml Wasser
  • 1 Messerspitze Meersalz
  • 3 Tl Agar-Agar
  • Konzentrierten Apfelsaft oder Sirup als Süssmittel zum abschmecken
  • 1 Tl geriebene Zitronenschale (natürlich Bio)
  • ein paar Tropfen Vanille Essenz (optional)
  • 2 Tl Tahini

Das Wasser zum kochen bringen und alle Zutaten dazugeben. Nun 10 Minuten köcheln lassen, bis sich das ganze Agar-Agar aufgelöst hat. Die Masse in einen Keramik- oder Glasbehälter gießen und 1-2 Std. abkühlen und fest werden lassen. Mit einem Handmixer oder auch von Hand die Masse zu einer cremigen Konsistenz schlagen. Ein bischen Wasser oder Apfelsaft zugeben, wenn die Konsistenz zu dick ist.


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Betreut von Bettina Rehberg - german@ivu.org